Eine verzweifelte Musikindustrie

nachdem ich folgenden artikel (derstandard.at) gelesen hab, bin ich wieder über die dummheit, die es in der welt gibt, verwundert, enttäuscht und angezipft.

Zu allererst versucht die musikindustrie jahrelang geld zu scheffeln, um sich einen dicken gemütlichen geldpolster zu beschaffen, mit erfolg. sie haben es geschafft musiker auszunehmen. durch die erfindung von tonträgern hat sich ein problem entwickelt. man brauchte den musiker nicht mehr direkt um musik zu hören. früher musste man den musiker engagieren, er kam, spielte, erarbeitete seine gage live, und konnte davon leben oder auch nicht. jetzt konnte man sich eine kopie einer aufzeichnung nehmen und anhören ohne dass der eigentliche künstler was davon gehabt hätte. verständlich dass man da nicht mitmacht, und geld sehen will. sehe ich ein. aber dass dann so eine art verlagshaus herkommt und so fett mitschneidet dass die musik für den endbenutzer zu teuer wird geht nicht. man kann sich nicht einbilden dass die verbraucher sich alles gefallen lassen und maßlos überhöhte preise zahlen. noch dazu hat sich die qualität der veröffentlichten cds und platten nicht verbessert.
das konzept an sich ist okay. nehmen wir an ich bin musiker mache eine tonaufzeichnung, die ich verkaufen will. ein verlag nimmt ein bisschen von dem geld das hereinkommt und übernimmt die vermarktung. das konzept ist gut.

nur geht eines in der michmädchenrechnung nicht auf. ich verkaufe tonträger. nicht den klang an sich.
das heißt jeder kann hergehen und das ding (cd, platte, kassette,…) kopieren. das ist der nachteil an der geschichte aber gleichzeitig das geniale daran. ich bekomme im schlimmsten fall einmal etwas für eine aufname meiner erbrachten leistung als musiker. alle anderen exemplare könnten kopiert und der bedarf so gedeckt werden.
um dieses problem zu umgehen hat die musikindustrie (der name allein lässt mich würgen, aber dazu später) sich folgendes ausgedacht. wir machen einfach mehr cds von mehr künstlern, dann haben die leute zu viel um die ohren als den überblick bewaren zu können. nicht gut, liebe musikindustrie. darunter leidet die qualität der musik die ihr verkaufen wollt.
qualität war ihnen egal sie haben jede gruppe unter vertrag genommen die ihnen in die finger kam. unterm strich rechnet es sich vielleicht irgendwo eine zeit lang aber nicht auf dauer. die gute musik wird nach wie vor kopiert.
dann hat sich die musikindustrie gedacht, naja wenn die das zeug kopieren machen wir etwas was sie nicht kopieren können. tolle cd und plattencovers.
das war auch am ziel vorbei. das ist nicht der grund weswegen man musikcds kauft. um sich ein künstlerisch vielleicht hochwertiges cover zu kaufen mit schlechter musik drin, gebe ich kein geld aus, nein. das war auch keine lösung.
nun muss man das problem an der vermeindlichen quelle beheben. das kopieren der cds und anderer tonträger. kassetten waren nie das problem, da nach einigen hundert abspielvorgängen das teil dann so hinüber war, dass man sich nicht mehr daran erfreuen konnte. die cds sind das problem. was machen wir? wir tun auf die cd einen kopierschutz drauf.
knieschuss. entweder kann ich eine cd anhören, dann muss ich die möglichkeit haben ohne hindernisse diese in einen cdplayer einlegen zu können und sie abzuspielen oder sie ist vor kopierern sicher und ich kann sie nicht abspielen. nun hat man das problem: wenn man sie abspielen kann, wie gut ist dann noch der kopierschutz der drauf ist? also das ist ein problem an dem die großen konzerne immer noch kauen, entweder abspielbarkeit oder behindern der kunden beim musikgenuss, und verärgern will man die gutmütigen kleinen die so überteuerte produkte kaufen ja auch nicht.
wir müssen also einen anderen schuldigen finden der die ursache dafür ist, dass uns niemand mehr zu teure, zwar schön verzierte, aber mit schlechter musik bespielte cds abkauft, so wie wir das die letzten jahre immer gewohnt waren.
na klar tauschbörsen! dort kann jeder musik, die eigentlich der musikindustrie zur vermarktung überantwortet ist herunterladen. da muss man was dagegen tun! verklagen wir die fileshareing betreiber. gut bei den ersten hat es geklappt. aber bei den heutigen weiss man nicht wen man verklagen soll, weil alle gleich viel zum netzwerk beitragen. das heißt wiederum wir müssen die einzelnen benutzer verklagen. nun mag das in anderen staaten gut gehen, aber nicht in österreich. die gesetzeslage verbietet es nicht files, für den privaten gebrauch herunter zu laden, nur der upload ist etwas komplizierter, und da hängt es davon ab wie man verschiedene gesetzestexte interpretiert. in jedem fall ist der upload nur ein nicht berechtigtes zur verfügung stellen an die öffentlichkeit und daher nur rechtswidrig aber nicht strafbar!
der begriff musikindustrie birgt für mich den in diesem zusammenhang unangenehmen begriff ‘massen produktion’. wenn auch die produktion der datenträger in massen erfolgt, so ist für mich die musik die in massen produziert wird qualitativ nicht hochwertig genug um wie zotter schokolade vermarktet zu werden. ich kann nicht handgemacht draufschreiben und das ganze”ung’schauter” dem publikum zum fraß vorwerfen. das ist in meinen augen nicht okay.
solange die musikindustrie eine musikindustrie bleibt sind diese überteuerten produkte für mich nicht kaufbar, da das preis leistungsverhältnis nicht stimmt. ich sehe ein bei einer lokalen rockgruppe, die niemand kennt und an der auch nur wenige leute gefallen finden, mehr für eine cd zahlen muss als für eine cd die zu 2 millionen aufgelegt wird.
die preise die besagte firmen heute anbieten sind selbst für musikmanufakturen hoch angesetzt.

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